»Fotografiere nicht wie es aussieht, sondern wie es sich anfühlt.«
David Alan Harvey

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VITA - Meine fotografische Entwicklung

Ich beschränke mich hier ganz bewusst auf die für mein fotografisches Schaffen relevanten Ereignisse, Phasen und Einflüsse. Und dennoch möchte ich versuchen Ihnen in einer erträglichen und unterhaltsamen Ausführlichkeit diejenigen Einflüsse darzustellen, die mich persönlich und somit auch mein Verständnis & Herangehen an das Fotografieren bisher prägten.

Diese Darstellung muss der Versuch bleiben ihre vermeintlichen Fragen zu beantworten, denn nur im dialogischen, im persönlichen Gespräch lassen sich die individuell und aus der Situation sich ergebenden Fragen gemeinsam erkunden und beantworten.

Scheuen Sie sich also bitte nicht davor Ihre offen-gebliebenen Fragen, Anregungen und Kritiken an mich heranzutragen!

An solche Momente erinnere ich mich nur dank der Fotografien von damals. Sie wären sonst nicht nur vergangen, sondern auch fürs Erinnern verloren.

Meine ersten Kontakte zur Fotografie

Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich bis zum Tag meiner Schulabschlußfeier in Brandenburg an der Havel. Kontakt zur Fotografie hatte ich dort bis zum Alter von 18 Jahren nur in den folgenden - Ihnen höchstwahrscheinlich wohlbekannten - Varianten:


  • als kleines, stillhaltendes, süßes und sehr freches Foto-Motiv während ich heranwuchs, (Babyfotos, Kindheitsfotos, Familienfotos, Fotos von Ausflügen)

  • beim Ansehen von dicken, staubigen und alten Fotobüchern mit irgendeiner Tante, die mich dabei auf ihren Schoß setzte und dann längst-vergangene Geschichten erzählte, wobei sie mal belustigt und ein andermal bedrückt wirkte, (Fotos beleben die eigenen Erinnerungen und Emotionen wieder, weil sie einen Zugang zur Vergangenheit ermöglichen!)

  • während meiner Pubertät, als es mir ein sehr besonderes Vergnügen bereitete immer kurz vor dem Auslösen der Kamera eine Grimasse zu ziehen. Das ärgerte meinen Vater stets sehr. (Fotos erzählen ganz ohne Worte eine kleine Geschichte von dem eingefangenen und festgehaltenem Moment, von den abgebildeten Personen und von der Art ihres Miteinanders)

  • nachdem ich eine eigene Kamera (CANON IXUS, analog, APS) geschenkt bekam und sie mit nach Berlin nahm, um dort meine Eindrücke als Delegierter des Bundeslandes Brandenburg bei den offiziellen Feierlichkeiten zum 3. Oktober zu dokumentieren. (unmanipulierte Fotos dienen als Zeugnisse)

Irgendjemand hat doch immer eine analoge SLR dabei gehabt. Hier ging es darum eine scharfe Momentaufnahme von einem schnell-ablaufenden Prozess zu bekommen. Mit Erfolg!

Meine Anfänge mit den analogen Single Lens Reflex Kameras

Ich lebte in den Jahren 2003 bis 2008 erst zwei Jahre in der Stadt Halle an der Saale und danach drei Jahre in Göttingen an der Leine. In diesen fünf Jahren hatte meine Schwester einen Freund, der sich sehr für analoge Spiegelreflexkameras interessierte. Er ließ die Bilder in einem örtlichen Fotolabor entwickeln und nutze auch die Möglichkeit über den Entwicklungsprozess seine Schwarz-Weiß-Negative nicht nur in Schwarz-Weiße Abzüge, sondern auch in Fotos mit Sepia-tönung abziehen zu lassen. Er fotografierte auch begeisterte und willige Bekannte und Freunde in eigens dafür verabredeten Shootings. Die Qualität der Aufnahmen und auch die dadurch geschulte Kreativität beeindruckten mich.

Im Jahre 2007 begegnete ich einem weiteren begeisterten Fotografen während einer Ausbildung und lernte ihn und seine Portraits und Reisefotografie kennen. Von ihm kaufte ich gegen einen eher symbolischen Betrag meine erste analoge Spiegelreflexkamera: eine Nikon F50. Mit ihr begann ich die Möglichkeiten der Fotografie zu erkunden. Ich fotografierte Landschaften, Tiere, Menschen und konnte ein dutzend meiner Aufnahmen in einem Bridge-Club in Göttingen ausstellen nachdem ich eine der Organisatorinnen während eines Foto-Ausfluges kennengelernt hatte.


Farben, Formen, Größe, Verhältnisse, Abfolgen, Symbole, Chiffren, Inhalte... Warum brauchen wir Fotos? Weil der Mensch weiterhin ein "Augentier" ist!

Der Übergang zu digitalen SLR-Kameras

Um meine eigene Entwicklung im Bereich analoge Fotografie voranzutreiben, besuchte ich zwischen 2008 und 2010 einen Kurs zur Entwicklung der eigenen Filme und Abzüge in Potsdam, investierte in ein eigenes analoges Fotolabor (Dunkelkammer), erwarb Farbfilter um die Tonwerte der Schwarzweißaufnahmen schon während der Aufnahme zu beeinflussen und verbrachte etliche Stunden in einer kleinen, dunklen und nach Chemie riechenden Kammer.
In diesem Zeitraum erwarb ich aber auch meine erste digitale Spiegelreflexkamera: eine Nikon D70 (6MP, DX, Cropfaktor 1,5). Anfänglich und auch heute noch gibt es ein Nebeneinander von analoger und digitaler Fotografie bei mir. Der Schwerpunkt ist deutlich zur digitalen Fotografie hin verschoben. Das Lernen und Experimentieren mit der digitalen Technik ist kostengünstiger (Ökonomie), schneller und zu Zeiten des Internets, Social Media und dem Allgegenwärtig-Sein von digitalen Medien (Smartphone, Tablet, Phablet, Laptop, Desktop-PCs, digitaler Bilderrahmen etc.) letztlich State of the Art.


Selbstbewusstsein ist etwas großartiges. Menschen sehen in deine Augen; du in ihre. Dabei entsteht etwas, eine Verbindung, ein Kontakt!

Die Erweiterung im digitalen Bereich

Die Ausgaben im analogen Bereich für Technik (Kameras, Objektive, Zubehör, Lichtformer, Hintergrundsysteme...), Filme, Labor, Reisen, ggf. Gagen etc. lassen sich mit dem Umbruch ins digitale Zeitalter nicht einfach umgehen. Auch hier werden systemkompatibles Equipment, entsprechende Objektive, Blitze und zur digitalen Entwicklung Software und spezielle Monitore benötigt neben einem eventuellen Drucker für kleine bis mittelgroße Fotodrucke und Fachliteratur sowie anderweitiges Lern- und Schulungsmaterial.

Die wichtigsten Ressourcen sind jedoch nicht die monetären, sondern eine intrinsische Motivation, Freude an den Bildern und Menschen, eine ganze Menge Zeit und einen kühlen Kopf bewahren zu können, wenn einmal ein Problem auftritt. Und so ein Problem wird auftreten. Garantiert! Probleme sind Rudeltiere.

Zwischen 2010 und 2018 verweilte ich noch etwas im Land der ge-cropten Kameras (Nikon D7000, 16MP, DX) bevor ich dann auf die Vollformatigen - auch im digitalen nun(!) - umstieg. Die Sensorgröße, die größeren Objektive und die höhere Abbildungsleistung haben mich einfach eingefangen. Nach einiger Recherche ist es die Nikon D750 (24MP, FX) geworden.
Die Bezeichnung Vollformat ist ja bekanntermaßen irreführend, da es größere Aufnahmemedien (Sensoren, Negative) als das Kleinbildformat mit seinen 24 x 36 mm gibt. Das analoge Mittelformat beispielsweise umfasst Aufnahmemedien der Größen 4,5 x 6 cm bis 6 x 9 cm. Ein Gefühl für das Plus, das größere Aufnahmeformate ermöglichen bekommt man im direkten Vergleich der Negative (Mehr Infos), der projizierten Bilder unter dem Vergrößerer mit den vielfältigen, möglichen Ausschnitten oder schlußendlich (denn darum geht es doch!) auf dem Abzug, dem Print. Im Bereich des analogen Mittelfomates fotografiere ich mit einer zweiäugigen Yashica Mat-124 G. Das analoge Kleinbild bediene ich mit einer Nikon F80.

Während meines Psychologie-Studiums hatte ich angefangen Einzelpersonen und Paare szenisch zu fotografieren. Ich versuchte in den damaligen TFP-Projekten zum Einen die aktuelle Stimmung und Emotion einzelner Menschen in inszenierten Fotografien einzufangen, und zum Anderen meine eigenen, aufkommenden Fantasien zu der Art von Paarbeziehung von bekannten Paaren in fotografischen Metaphern sichtbar zu machen. Mit einigen dieser Aufnahmen nahm ich 2011 an der Kunsttour Caputh teil und stellte meine Fotografien im Haus der Malerin und Galeristin Melanie Haape aus.

Von 2019 bis 2020 mietete ich im Kunst und Kreativhaus Rechenzentrum Potsdam zusammen mit einer Zeichnerin und später einem Grafikdesigner ein Atelier an und ließ dort in Shootings meiner Fantasie freien lauf. Nach circa einem Jahr nur sporadischer Nutzung des Ateliers kristallisierte sich jedoch heraus, dass ich das, was ich dort realisierte, auch in meiner eigenen Wohnung oder den Wohnräumen der Models umsetzen konnte. Ich gab das Atelier wieder ab.


Mit welchen Symbolen und Personen werben Sie eigentlich für sich selbst bzw. Ihr Unternehmen?

Meine Bildsprache, Aufträge, Irrtümer

Meiner Bildsprache begegnen Sie am ehesten in meinen eigenen Werken. Sie wird vom Brecht'schen Theater beeinflusst und verlangt, dass alles, was nicht notwendig ist aus dem Sichtfeld entfernt wird. Im Theater entspricht das Sichtfeld des Zuschauers der Bühne! In der Fotografie würde ich das Sichtfeld im engeren Sinne mit der Fotografie an sich gleichsetzen; im Falle einer Inszenierung/ Ausstellung kann dieser Ansatz auf das gesamte Arrangement ausgeweitet werden. Was letztlich auch olfaktorische, akustische, gustatorische, haptische und bedeutungsübertragende Reize angeht.

Mittlerweile habe ich verschiedenste Aufträge erfolgreich ausgeführt. Dazu gehören: einfache und künstlerische Portraits, Paarfotos, Familienfotos, Hochzeitsfotos, Event-Fotos (Junggesellenabschiede), Bewerbungsfotos, Business-Aufnahmen, Akt- und Erotikfotos, Fotowalks.
Wenn ich heute nach dem Shooting und der ersten Nachbearbeitung der Bilder noch einmal zusammen mit dem Kunden am PC zusammenkomme und ich Ihnen die mannigfaltigen Möglichkeiten der Bearbeitung zeige und wir gemeinsam ihre Lieblingsaufnahmen nach ihrem Gusto aus-entwickeln, dann ereignet sich das, wofür es sich aus meiner Sicht absolut lohnt zu fotografieren: Wir freuen uns gemeinsam darüber, dass wir in Zusammenarbeit Fotos kreiert haben, die dem Kunden/ der Kundin sehr gefallen.

Jeder Mensch irrt sich. Jeder wird ein Stück weit von seinen irrigen Annahmen, Sehnsüchten, Hoffnungen, Wünschen und Gefühlen getragen, gelenkt, verleitet. So auch ich.
Zu Beginn hatte ich einen hohen Wahrheitsanspruch. Ein Foto sollte das Motiv authentisch, also absolut unverfälscht, wiedergeben. Je mehr ich mich dann ins Fotolabor einarbeitete (später in die digitale Dunkelkammer!), umso deutlicher wurde mir, dass das, was ich da versuchte nur scheitern konnte. Ein Bild ist ein subjektives Erzeugnis von einem Menschen, der oder die die Technik benutzt, um eine Abbildung mit einer gewissen Wirkung herzustellen. Die Manipulationen im Rahmen der Aufnahme und Entwicklung einer Fotografie sind beinahe grenzenlos! Sie obliegen zumeist dem Fotografen. Hier eine beispielhafte Aufzählung: Sujet, Motiv, Jahreszeit, Perspektive, Räumlichkeit, Ausdehnung der Tiefenschärfe, Helligkeit, Kontrast, Körnung, Farbigkeit, Wirkung der dominierenden Lichtfarbe, ...
In der Kunst gibt es kein richtig oder falsch. Wir sind hier ja nicht im Mathematikunterricht! Allerdings kann man eine Fotografie stets anhand ihrer Entstehungsgeschichte, Aussageabsicht, Aufnahmetechnik und ihren Zweck bspw. beurteilen. Erzeugt die konkrete Fotografie im vorliegenden Format das, was beabsichtigt war? Wird der Betrachter erreicht? Spricht die Fotografie eher den Kopf oder den Bauch an? Welche Metaphern, Symbole, Codes werden verwendet und können diese auch von den Betrachtern entschlüsselt werden?
Ein vertrauenserweckendes und sympathisches Mitarbeiterfoto beleuchte ich nicht von unten wie es im Horrorfilm üblich ist. Es sei denn Sie betreiben ein Gruselkabinett. Dann würde ich aber auch Blut und den Kopf unterm Arm im Sucher sehen wollen...


Meist sollen Emotionen fotografisch eingefangen werden. Aber auch das Abbilden von Leere will gekonnt sein. Sie stellt einen Ausgangspunkt, einen Kreuzpunkt zwischen allen Abzweigungen zu den einzelnen Gefühlen dar.

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